Einladung zum Austausch zwischen engagierten jungen Menschen in Unterstützungsinitiativen für Geflüchtete (Fokus: AT und SLO)

Follow-Up-Projekt im September 2016: “Europa und seine Grenzen 2″

Schon bevor der Großteil der Bevölkerung und die Mainstreammedien sich vom Thema “fluchtbedingte (Massen-)Migration” im Sommer 2015 ganz plötzlich “überrascht” fühlten, wussten z.B. Aktivist_innen aus Calais über die menschenunwürdigen Lebensumstände geflüchteter und feststeckender Menschen in Europa Bescheid und machten kritisch darauf aufmerksam, dass sich diese Zustände in Zukunft eher vermehren als vermindern würden. Die Aktivist_innen stellten dabei fest, dass die etablierten Strukturen des s.g. “Sozialstaats” bzw. von Charity-Organisationen den betreffenden Menschen keine (ausreichende) Unterstützung mehr geben konnten – bzw. wollten. Einerseits zwar kritisch betrachtet, da auf die Freiwilligkeit ohnehin schon oftmals prekär lebender Engagierte abgewälzt, war das ernüchternde Fazit, dass die bestmögliche Unterstützung mittelfristig doch eher in der Diversität privater und lokaler Initiativen zu finden sein würde. Dieser frühen Vorahnung folgend reichte Memfarado bereits im Jahr 2014 ein Projekt ein, dass im April 2015 (also noch vor dem drastischen Anstieg der Zahlen flüchtender Menschen im Sommer!) stattfand: Es brachte im Rahmen einer Jugendbegegnung Personen aus Deutschland und Österreich bzw. Berlin und Wien zusammen, um sich über die lokalen Unterstützungsmaßnahmen in ihren Umfeldern auszutauschen, voneinander lernen und ggf. Projekte multiplizieren zu können.

Im Sommer 2015 erkannten wir dann einmal mehr die Relevanz derartiger Vernetzung und Reflexion. Daher reichten wir ein Folgeprojekt ein, zu dessen Teilnahme wir euch hiermit herzlich einladen: Im September 2016 stellen wir (voraussichtlich in der Wiener Umgebung) Raum und Programm bereit, innerhalb dessen sich Menschen (bis 30) mit Wohnsitz/Aufenthalt in Österreich* mit Kolleg_innen aus Slovenien treffen können. Inhaltlich geht es darum, sich über verschiedene (gut laufende) Unterstützungsinitiativen in beiden Ländern (oder auch anderswo) auszutauschen, um mitgenommene Ideen später selbst daheim zu multiplizieren. Zielgruppe sind dabei Personen, die selbst schon in einer Initiative aktiv sind. Raum und Programm stehen aber auch Personen offen, welche noch auf der Suche nach einer Unterstützungsform sind, bei der sie sich engagieren wollen.

Grob angedacht ist Folgendes: Das Treffen wird 2 Wochen dauern. Vormittags gibt es Präsentationen von verschiedenen Initiativen. Ebenfalls werden wir Projektmanagement-Wissen teilen, um ein wenig “Werkzeug” für den Aufbau von Initiativen mitzunehmen (Finanz- und Zeitplanung, Fördermöglichkeiten, Kommunikationstools, etc.). Nachmittags wollen wir gemeinsam an einer mobilen Küche bauen, die nach Ende der zwei Wochen das Kernstück einer neuen Unterstützungsinitiative für Menschen auf dem Fluchtweg sein wird.

Wer selbst Interesse hat, kann gern über folgende Adresse mit uns in Kontakt treten: office(a-t)memfarado(punkt)org. Wer potentiell interessierte Personen kennt, kann uns helfen, indem diese Einladung weitergeleitet wird! Falls ihr euch als Initiative bei uns präsentieren wollt, seid ihr ebenfalls herzlich willkommen, mit uns Kontakt aufzunehmen!

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* das Projekt ist ein ERASMUS+-Jugendprojekt; daher gibt es bestimmte Rahmenbedingungen für die Teilnehmenden der gesamten Jugendbegegnung. Allerdings stehen die einzelnen stattfindenden Workshops natürlich auch weiteren Personen offen, welche die offiziellen Kriterien nicht erfüllen, solange dies den räumlichen Rahmen nicht sprengt.

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